Der Wallfahrtsort Řimau – das südböhmische Jerusalem

Der Wallfahrtsort Římov in Südböhmen entstand während des Dreißigjährigen Krieges in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Älterer alternativer Name der Wallfahrtsstätte auf Deutsch wurde Řimau geschrieben und Rschimau ausgesprochen. Sein Gründer war der Jesuit Jan Gurre, der aufgrund von Visionen Jesu Christi und der Jungfrau Maria rund um Řimau 25 Kapellen errichtete, die an das Leiden Jesu in Jerusalem erinnern. Dazu errichtete er auch eine kleine Loretokapelle.

Detail der Statue der Řimauer Muttergottes

Die Anfänge dieses Wallfahrtsortes sind mit dem Jesuitenbruder Jan Gurre verbunden, der im Jahr 1642 in Římov eine Vision von Jesus Christus und der Jungfrau Maria gehabt haben soll. Jesus forderte ihn auf, Kapellen zu errichten, die an sein Leiden in Jerusalem erinnern. Die Jungfrau Maria bat um den Bau einer Kapelle, in der daran erinnert werden sollte, dass sie die Mutter des Sohnes Gottes geworden ist. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges begannen die Jesuiten mit dem Werk und errichteten in Římov eine Missionsstation und einen Wallfahrtsort, der auf anschauliche Weise die gesamte Heilsgeschichte vergegenwärtigt.

 
 

 

Im Jahr 1650 errichteten die Jesuiten im Zentrum von Řimau eine Loretokapelle – eine originalgetreue Nachbildung des Hauses der Jungfrau Maria in Nazareth, das im italienischen Loreto verehrt wird. Dieses Haus wurde Ende des 13. Jahrhunderts aus dem Heiligen Land nach Italien übertragen und wurde zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort. Seit dem 17. Jahrhundert ist Řimau das Ziel von Pilgern, die in der Loretokapelle von Řimau den Ort der Menschwerdung des Sohnes Gottes vergegenwärtigen und die Jungfrau Maria verehren. In den um die Loreto-Kapelle führenden Arkaden aus dem Jahr 1658 können Besucher barocke Wandmalereien mit marianischen Motiven bewundern.

 
 
Der Innenraum der Loretokapelle in Řimau während der Renovierung (noch ohne das silberne Gitter vor der Statue der Jungfrau Maria). An der Wand hängt ein Bild des jesuitischen Visionärs Jan Gurre
Die zweite Kapelle des Řimauer Passionswegs – Das Letzte Abendmahl

Auf dem Řimauer Passiosweg mit 25 Kapellen aus den Jahren 1650–1710, der mit lebensgroßen Skulpturen und Gemälden geschmückt ist, folgen die Pilger den Spuren Jesu – vom Abschied von der Jungfrau Maria über das letzte Abendmahl, Getsemani und den Prozess Jesu bis hin nach Kalvaria und zum Heiligen Grab.

 
 

Das Areal wird durch die Kirche des Heiligen Geistes aus dem Jahr 1714 ergänzt, die an die Geburt der Kirche als Fortsetzung des erlösenden Werkes Christi erinnert. So schufen die Jesuiten im 17. Jahrhundert in Římov eine Art „heiliges Theater“, das die Schlüsselereignisse des christlichen Glaubens bildlich zum Leben erweckt.

 
 
Die Wallfahrtsstätte Řimau mit der Loretokapelle, umgeben von Arkaden, und der Kirche des Heiligen Geistes nach der Renovierung im Jahr 2023
Řimau mit den Kapellen des Kreuzwegs in der umliegenden Landschaft
Dieser barocke Wallfahrtsort, der auch ein nationales Kulturdenkmal der Tschechischen Republik ist, wurde 2019 der Obhut der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) anvertraut.
 
Nach einer umfangreichen Rekonstruktion des Wallfahrtsortes, der Kirche und der Kapellen bemüht sich die FSSP nun auch um die Restaurierung des historischen Pilger- und Pfarrhauses, das als notwendige Infrastruktur für diesen Wallfahrtsort dient.
Wallfahrtsort Řimau

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Hausoberer und Pfarrer in Římov

P. Jan Vatter FSSP,
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